Critical Mass in Göttingen angekommen!

Am 9.11. fand in Göttingen eine Critical Mass statt!
Wir haben mit einer der Teilnehmerinnen (die aber anonym bleiben möchte) gesprochen:

BUNDjugend: Du hast Freitag an der Critical Mass teilgenommen?

Teilnehmerin: Ja, es war sehr cool! Wir haben eine Runde durch die Stadt gedreht, sind unter anderem durch die Bürgerstraße gedüst.

B: Warum das Ganze?

T: Indem viele Fahrradfahrer*innen gemeinsam auf der Straße fahren, wird deutlich gemacht, das Fahrradnutzer*innen gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer*innen sind. Es werden keine politischen Botschaften oder Forderungen offensiv ausgedrückt, wie etwa auf Demos. Allein das gemeinsame, entspannte Fahren auf der Straße, dadurch dass das überhaupt möglich ist, wird schon erreicht, was erreicht werden soll. Das gibt es auch schon in anderen Städten, wie zum Beispiel Hamburg
http://www.criticalmass-hamburg.de/

B: Ist das nicht illegal?

T: Nö. Ab 16 Personen, die in einem gemeinsamen Konvoi fahren, dürfen diese ganz legal die Straße benutzen. An die Verkehrsregeln halten muss sich mensch natürlich schon.

B: Wer kann bei sowas mitmachen?

T: Jede*r. In anderen Städten reicht die Beteiligung durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten. Da fährt die*der Studierende neben Familien mit Kindern, auch viele ältere Menschen beteiligen sich daran.

B: Das klingt ja voll cool! Wird es wieder eine Critical Mass in Göttingen geben?

T: Normalerweise sind das keine singulären Ereignisse, in Hamburg findet das z.B. jeden ersten Freitag im Monat statt. In Göttingen wars jetzt der zweite Freitag, vielleicht pendelt sich das ja so ein…

B: Wie erfahre ich, wann und wo es losgeht?

T: Vielleicht via Facebook. Oder über Mundpropaganda…

B: Danke für das Gespräch!

T: Gerne :-)

Es einige interessante Artikel zu dem Thema:
http://www.ndr.de/regional/hamburg/criticalmass119.html
http://www.ndr.de/regional/hamburg/criticalmass103.html


2 Antworten auf „Critical Mass in Göttingen angekommen!“


  1. 1 Retmarut 16. November 2012 um 19:01 Uhr

    Die entscheidende Frage ist doch nicht „Ist das nicht illegal?“, sondern „Ist das nicht unpolitisch?“.
    Eine critical mass, die völlig von politischen Forderungen abstrahiert und stattdessen nur noch für das Recht auf Radfahren steht, ist sinnentleertes Treiben. Das wäre so ähnlich wie eine Demonstration, die sich zum Ziel setzte, das Spazieren in der Fußgängerzone in die Öffentlichkeit zu tragen.
    Critical mass war ursprünglich mal eine politische Aktionsform, um auf diesem Wege relativ mobil (und damit schwerer von außen kontrolliertbar) z.B. gegen Militarismus und Krieg, gegen die Nutzung der Atomenergie oder für die Abschaffung der Residenzpflicht zu protestieren.
    Es ist ja gerade der politische Inhalt, der demonstrativ nach außen getragen wird, der aus einem Spaziergang eine Demonstration und aus einer gemeinsamen Radtour am Wochenende eine critical mass macht.
    Wäre es zukünftig nicht sinnvoller, diese Aktionsform in Göttingen mit konkreten Inhalten/Forderungen (der BUNDjugend) zu verknüpfen, damit die Aktion nicht nur zur Selbstbespaßung dient, sondern auch Denkanstöße und Erkenntnisprozesse bei Außenstehenden erzeugt?

  2. 2 Administrator 06. Dezember 2012 um 20:29 Uhr

    Hallo Retmarut,

    Danke für deine Anregungen!
    Zuallererst wollen wir festhalten, dass wir nicht für alle Critical Mass Teilnehmer*innen sprechen können und wollen, da es keine BUNDjugend-Aktion ist. Wie politisch Critical Mass sein soll, darüber gab es unter den bisherigen Teilnehmer*innen keinen Konsens.

    Ganz so unpolitisch und unumstritten wie das Spazierengehen in Fußgänger*innenzonen ist die jetzige Auslegung der Critical Mass aber dann doch nicht:

    Aus einem NDR-Artikel (http://www.ndr.de/regional/hamburg/criticalmass103.html):

    Keine Demonstration aus Sicht der Polizei
    Dass Critical Mass keine konkreten Forderungen stellt und die Teilnehmer auch keine Parolen rufen oder Fahnen tragen, ist für die Initiative sehr wichtig: Nachdem bereits einige Aktionen mit ein paar Dutzend Teilnehmern durch Hamburg gerollt waren, nahm die Polizei Critical Mass unter die Lupe. Ergebnis: „Das ist keine Demonstration.“ Polizeisprecherin Sandra Levgrün sagt, die Touren unterlägen somit nicht der Anmeldepflicht, und es gebe keine Auflagen. „Wir beschränken uns auf verkehrspolizeiliche Maßnahmen.“ Ein paar Streifenwagen fahren mit und versuchen an Kreuzungen, Unfälle zu verhindern. Bisher sei noch nichts passiert. Autofahrer, die sich beschwerten, gebe es zwar, aber keine Anzeigen. Levgrün erläutert, dass die Polizei über die Teilnehmerzahl keine Statistik führe. „Mein Gefühl sagt mir aber – das sind mehr geworden.“

    Wenn als Ziel der Critical Mass die Entschleunigung des motorisierten Individualverkehrs verstanden wird und die Durchsetzung von Shared Space Konzepten, dann ist das keineswegs unpolitisch.
    Falls es wieder eine Critical Mass geben sollte, kannst du dir selbst ein Bild davon machen und deine Aktionsideen einbringen.
    Die Aktionsform hat unserer Meinung nach auf jeden Fall Potential.

    Ökologische Grüße
    die BUNDjugend Göttingen

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