Part 4: Gender CC, #WTF und die Planung des großen „Walk Out“

Zu Beginn des dritten Tages trafen sich die braunschweiger Student*innen und die JANUN Aktivist*innen mit Ulrike Röhr von Gender CC (Climate Change). Ulrike und ihre Organisation setzen sich für eine geschlechtergerechte Klimapolitik ein. Dabei geht es vor allem um die Partizipation von Frauen an der Umweltpolitik. Die besondere Betroffenheit von Frauen durch den Klimawandel spielt zwar auch eine Rolle, jedoch sollte vermieden werden das Thema „Gender“ in der Kimapolitik nur auf die Opferrolle zu begrenzen. In vielen Kulturen spielen Frauen beispielsweise die entscheidende Rolle in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft. Hier müssen Bildungsmaßnahmen ansetzen, um Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu vermitteln.
Ironisch gingen einige Delegierten mit dem Finanzierungsplan für den Klimaschutz um; sie trugen #WTF Buttons (Where is The Finance). Neben unzureichenden Geldmitteln für die Verminderung des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen, versuchen viele Staaten zusätzliche Ausgaben zu vermeiden. Dazu benennen sie beispielsweise Entwicklungshilfegelder um, sodass sie dann Klimaschutzausgaben zuzuordnen sind.
Am Abend fand dann eine weitere Climate Justice Assembly statt, auf der eine einzigartige Aktion angekündigt wurde: ein gemeinschaftlicher „Walkout“ vieler NGOs. Um Security, Polizei und anderen Akteuren keine Chance zu geben, diese Aktion zu boykottieren, wurde die Planung relativ lange geheim gehalten. Mehrere hundert Delegierte verschiedenster Organisatoren wollten am nächsten Tag gemeinsam die COP 19 verlassen, da sie in ihren Augen gescheitert ist. Solch eine Kooperation war bisher immer gescheitert. Angesichts des Weltkohlegipfels, Australiens und Kanadas Blockadehaltung und keiner Aussicht auf eine Einigungen zwischen Ländern des globalen Südens und Nordens, ist solch eine Entscheidung aber zwingend gewesen.