Archiv der Kategorie 'Berichte'

Climate Cycle Bonn 2015 – Fahrradfahren gegen Klimawandel

Anfang Juni machten wir uns auf den Weg, mit Fahrrädern den Klimaschutz voranzubringen. 
Anlass waren die wie jedes Jahr in Bonn stattfindenden Klima-Zwischenverhandlungen, die besonders dieses Jahr als wichtige Wegmarke zu der COP21 in Paris gewertet wurden. Dort soll im Dezember ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll beschlossen werden.
Damit wir nicht auch noch durch die Anreise für den Klimawandel verantwortlich waren, haben wir beschlossen, mit den Rädern dorthin zu fahren und auf dem Weg auf die stattfindende Konferenz aufmerksam zu machen.

Sonntag, 31. Mai 2015
„Nein, nicht noch eine Panne!“ „Ab jetzt kann’s nur noch besser werden…“
Der erste Tag der Fahrradtour kam uns vor, wie aus einer schlechten Komödie. 
So hatten wir am Sonntag, an dem uns ohnehin statt der angekündigten 50 Kilometer plötzlich mehr als 70 Kilometer erwarteten, unzählige Male einen platten Anhängerreifen, einen kaputten Sattel, eine total schleifende Radabdeckung und eine rausspringend Kette.
Es war unwirklich. Als glänzende Krönung sagte uns um 21 Uhr abends auch noch der Bauernhof ab, auf dem wir schlafen wollten und wir zelteten schließlich im Regen auf einem Wohnwagenstellplatz in Minden, direkt neben der Weser. War dann eigentlich doch noch ganz nett.

Montag, 1. Juni 2015
Der nächste Tag begann wesentlich besser mit Brötchen und einer großen Anhängerreparatur, der dann mit niegelnagelneuen Schläuchen und Mänteln ausgestattet keine Mucken mehr machte. 
Wir haben alle viel über Schläuche flicken und Anhängermontage gelernt.
Von Minden ging es nun also nach Bielefeld – einer Stadt, die mit gutem Grund nicht weiter erwähnt werden sollte. Hier hatten wir eine super Übernachtung auf einem Bauernhof, der uns Milch und Joghurt schenkte. Wir durften uns sogar selbst Milch aus dem Milchtank zapfen!
http://www.gut-wilhelmsdorf.de/

Dienstag, 2. Juni 2015
Trotz Vorwarnung, dass der Betrieb um fünf Uhr morgens wieder losginge und zum Trotz eines recht stimmkräftigen Hahns, schliefen wir selig bis zehn Uhr und schafften es – mal wieder – nicht vor zwölf auf die Räder.

In Gütersloh trafen wir planmäßig eine weitere Teilnehmerin und nach kurzer Kennenlernpause navigierten wir uns mehr oder weniger erfolgreich weiter durch den Gegenwind.
Da aber nun unser Anhänger ja schon einen Tag lang ohne Probleme gefahren war, brauchte er mal wieder Aufmerksamkeit. Diesmal war es die Kupplung, die immer wieder durchhing und das Vorwärtskommen in Kombination mit dem Gegenwind beinahe unmöglich machte. Beim Versuch, die Kupplung fester zu ziehen, zerbrach zu unserer Freude die Schraube und wir mussten zur Werkstatt. 
Weil der Zielbauernhof dieser Tagesetappe aber nur bis neunzehn Uhr empfangsbereit war, der Nachmittag schon voranschritt und noch 30 Kilometer vor uns lagen, beschlossen wir, in drei Gruppen auszuschwärmen: Wachposten am Anhängerwrack, Flickshopper und Vorhut, die möglichst schnell ankommen sollte – der Plan ging auf und am Abend speisten wir auf dem Laakenhof selten leckere Kartoffeln mit Quarkdip und Salat.

Mittwoch, 3. Juni 2015
Nach der Nacht auf der Kuhwiese wurde uns der Laakenhof gezeigt. Der Laakenhof ist eine Kommune, die vor siebzehn Jahren ohne Kapital von fünf Menschen gegründet wurde. Seitdem haben sie 200 Legehennen, betreiben Gemüseanbau, haben eine eigene Käserei mit der sie ihre eigene Milch verwerten und genug treue Kunden, die mit ihnen den Umzug auf einen neuen Hof ermöglichen wollen. Denn der Hof ist nur von HeidelbergCement gepachtet gewesen und diese Pacht ist nun ausgelaufen.
http://www.laakenhof-soll-leben.de/index.html
http://www.laakenhof.de/index.html

Die Route nach Dortmund ging erstaunlich gut, sodass wir gerade noch in dem Biohofladen Schulze Wethmar einkaufen konnten, der uns vor lauter Begeisterung über unsere Mission Äpfel und Säfte schenkte.

Gegen acht Uhr trudelten wir schließlich in unser Ziel ein: Das MASTAMO, ein Skill-Sharing-Camp der BUNDjugend Nordrhein-Westfalen. „MASTAMO“ steht für „Machen statt motzen!“
http://www.bundjugend-nrw.de/aktuelle-infos-zum-skill-sharing-camp-mastamo/

Kaum waren wir begrüßt worden und hatten unsere letzte zu uns stoßende Teilnehmerin kennengelernt, hieß es auch schon „Abendbrot“! Was für ein Luxus…
Ein neues Erlebnis für unsere Tour war es hier, dass es Komposttoiletten und Solarduschen gab – die dementsprechend warm waren. Der Abend klang mit einem Lagerfeuer, leicht seltsamen Food-Sharing Süßigkeiten, und Gitarrenmusik aus.
Veganes Himbeereis!
Donnerstag, 4. Juni 2015
Ein wenig widerwillig verließen wir am nächsten Morgen die gemütliche Runde und das morgendliche Plenum, bei dem die stattfindenden Workshops besprochen wurden und wir von der bisherigen Tour hätten erzählen können. Den Zug in Dortmund verpassten wir trotzdem (aber nur ganz knapp!) und mussten eine Stunde warten, in der wir dann feststellten, dass unser Kartenmaterial kurz vor Köln zu Ende war.
Schließlich brachte uns der Zug dann nach Wuppertal, wodurch wir uns um einiges an Steigung vorbeischummelten. Die Strecke führte über Haan und dann durch den Wald an der Wupper entlang, an einem unwirklich schönen Fahrradweg, der den Nervenkitzel förderte, weil er so schmal war.
Bei einer Pause konnten wir unsere Füße in der eisigen Wupper und unsere Gemüter mit lauwarmer Apfelschorle abkühlen.
Gegen fünf kamen wir auf dem Campingplatz nahe Köln an und beeilten uns, die Zelte aufzubauen, damit wir noch schnell in das nebenan gelegene Waldbad hüpfen konnten. Im Wasser kam sogar wieder ein bisschen verloren geglaubte Energie zurück.

Die Küchencrew kochte schmackhafte Nudeln mit Soße (und aßen dabei den Großteil der Kirschen auf), die anderen schafften es schließlich doch noch das letzte Zelt aufzubauen (war aber äußerst unintuitiv) und dann gab’s ein Picknick neben den Zelten und wir spielten noch in die Nacht hinein Gesellschaftsspiele.
http://waldbad-camping.de/

Freitag, 5. Juni 2015
Am nächsten Tag erwies sich die Suche nach dem Rhein als recht kompliziert – hatten wir doch keine Karte mehr und widersprüchliche Passanteninformationen.
Zudem herrschte schon morgens eine ziemliche Hitze, die dann auch auf die Stimmung schlug.

Schwitzend radelten wir schließlich den Rhein entlang und plantschten drin herum, brauchten recht bald eine Eispause (mega lecker) und gelangten tatsächlich nach Bonn.
Schon auf der Brücke den Rhein überquerend merkte man: hier war etwas los!
An den Straßenlaternen hingen Fahnen der UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) und von Ländern oder Firmen, die sich zu Emissionsreduktionszielen bekannte.
Doch noch waren wir nicht angekommen. Das Haus Venusberg war unser Ziel – eventuell ein denkbar schlechter Ort, um eine einwöchige Radtour zu beenden. Doch als wir den Weg (nicht den mit der Treppe) gefunden hatten, bewältigten alle auch noch diese letzte Herausforderung (2km nur bergauf).
Es lohnte sich dann auch. Oben konnten wir – nachdem wir die Zimmerbelegung geklärt hatten – alle so kalt duschen, wie wir wollten und es gab Betten und saubere Handtücher!
Zudem war eine Gruppe klimainteressierter BUNDjugend Aktiver (der Arbeitskreis Klima und Energie) schon da, die seit drei Tagen die Verhandlungen der Konferenz in Bonn besucht und beobachtet hatten und uns schon einiges erzählen konnten.

Als krönenden Abschluss des Tages hatten wir eine langjährige Aktive eingeladen, die seit Jahren die Klimaverhandlungen verfolgte und uns auf den neusten Stand brachte. Offenbar hatten sich die Verhandlungen der letzten Woche fast ausschließlich um redaktionelle Modifikationen gedreht, dabei sollten sie doch das Textdokument produzieren, über das im Dezember bei der Konferenz in Paris abgestimmt werden sollte!
Nachdem alle Fragen beantwortet waren, gesellten wir uns zu der anderen Gruppe, die dabei war, die Aktion für den nächsten Tag vorzubereiten.
Nach einem Wein im Regen, schliefen wir erschöpft in unseren weichen Betten ein.

Samstag, 6. Juni 2015
Am nächsten Tag ging es für drei von uns schon erstaunlich früh los. Um 7 Uhr fuhren wir zum Konferenzgebäude. Dort sollte es um 8 ein Treffen der Young NGOs (Nichtregierungsorganisationen) geben.
Es war spannend, von ihnen auch den Stand der Dinge beschrieben zu bekommen, dann wurde noch Werbung für ein paar Aktionen gemacht.
Dann war es auch schon Zeit für unsere Aktion, bei der auch viele der Young NGOs mitmachten.
Angelehnt an den zeitgleich stattfindenden G7-Gipfel, forderten wir die „7 Zwerge“ dazu auf, fossile Energieträger nicht weiter zu subventionieren. „Stop telling fairy tales!“
Aktion zum G7-Gipfel

Danach gingen alle, die bei der Radtour mitgefahren waren, zusammen frühstücken, um nochmal eine Abschlussrunde zu machen.
Fazit: Trotz Pannen, Gegenwind und Navigationsherausforderungen, hatten wir echt Spaß und bestimmt keine Langeweile.
Hier trennten sich dann unsere Wege, da manche wieder ins Konferenzgebäude gingen und den Alltag einiger Sitzungen erfuhren, während sich die anderen auf den Rückweg machten und zuweil noch Spannungen mit Rädern in Aufzügen erlebten.

An alle, die sie möglich machten:
Danke für diese tolle Tour!

Wir haben es auch 2015 noch satt!

Wir haben es satt 2015 Am Samstag, den 17. Januar fand zum 5. Mal in Folge die Großdemonstration „Wir haben es satt!“ in Berlin statt. Bei sonnigem Wetter und milden Temperaturen demonstrierten knapp 50.000 Menschen für eine nachhaltige Landwirtschaft und vor allem gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen -TTIP. Mittendrin: Wir von der BUNDjugend.

Die Bundesgeschäftsstelle der BUNDjugend hatte alle Interessierten zu einem Aktionswochenende nach Berlin-Steglitz eingeladen, um dort eine gemeinsame Aktion für die Demo zu planen und vorzubereiten. Aus dem ganzen Bundesgebiet reisten etwa 270 BUNDjugend Mitglieder an, um dem Druck auf die Regierung ein Gesicht zu verleihen. Unter dem Motto: „TTIP vom Acker jagen“, haben sich mehrere Teilnehmer*innen in Tierkostümen symbolisch über das Freihandelsabkommen hergemacht und es wieder über den Atlantik geschickt.
Im Anschluss an die Aktion begann die Demonstration, bei der eine breite Öffentlichkeit vom Potsdamer Platz bis zum Bundestag gezogen ist und mit Kostümen, Schildern, Fahnen und viel Musik ihren Forderungen Nachdruck verlieh.
Im Anschluss an die Demonstration gab es in der Heinrich-Böll-Stiftung eine warme Mahlzeit für jeden. Die Volks-Küche bekochte die Teilnehmer mit Eintopf und Salaten. Dort gab es außerdem viel Raum für Gespräche und angeheizte Diskussionen, die wir auch in Steglitz am Abend in ausgelassenen Runden noch einmal aufgegriffen haben.
Am Sonntag war das Treffen leider schon wieder vorbei und wir fuhren mit Zuversicht wieder nach Hause, um uns auf die nächste Aktion mit der BUNDjugend freuen zu können.

Und hier gibt es auch noch weitere Bilder!

Bundesjugendversammlung 2014

Das vergangene Wochenende der Europawahlen nutzten zwei Mitglieder der BUNDjugend Göttingen, als Delegierte der BUNDjugend Niedersachsens nach Würzburg zu fahren, wo die Bundesjugendversammlung der BUNDjugend stattfand. Mit mehr als 50 Delegierten aus fast allen Bundesländern war die Versammlung so gut besucht wie nie zuvor. Nachdem Freitag das Kennenlernen und Vorstellen der Aktivitäten der einzelnen Landesverbände stattfand, ging es Samstag an die Arbeit. Verschiedene inhaltliche und auch richtlinienändernde Anträge wurden bestimmt, die nun das kommende Jahr der BUNDjugend prägen sollen.
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Eindrücke von der Energiewende-Demo und dem Aktionswochenende „Energiewende entern statt kentern!“

Bootsdemo auf der Spree Mit uns in den Untergang - Merkel und Gabriel fahren Floß
Bootsdemo auf der Spree
Mit uns in den Untergang – Merkel und Gabriel lassen die Energiewende kentern

Am 10. Mai 2014 fand in Berlin eine Großdemonstration zur Rettung der Energiewende statt. Bei sonnigem Wetter protestierten am Samstag-Nachmittag etwa 12.000 Menschen für die Beschleunigung des Ausstiegs aus Kohle und Atom, sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien. Um diese Demonstration herum veranstaltete die Bundesgeschäftsstelle der BUNDjugend ein Aktionswochenende. Das Ziel war es, einen Jugendblock in Gestalt von Piraten zu versammeln, die als Klimapiraten die Energiewende entern und wieder in Bürgerhände bringen.
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Laut und bunt für die Energiewende


Falls Unklarheit besteht, wie das Transpi zu verstehen ist: Hier gibt es Hinweise dazu, wenn auch nicht (1) ganz (2) aktuell (3).

In den sieben Landeshauptstädten Düsseldorf, Hannover, Kiel, Potsdam, München, Mainz und Wiesbaden sowie in Freiburg gingen am 22.03. insgesamt 30.000 Menschen gegen ein Ausbremsen der Energiewende und für den schnellen Abschied von atomaren und fossilen Energieträgern auf die Straße. Bei den Kundgebungen forderten mehrere Redner den beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken. Kritisiert wurden Pläne der Bundesregierung, die Förderung der Photovoltaik und der Windkraft an Land zu begrenzen.
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