Führung durch den Hambacher Forst: Aktionswochenende Rheinland Teil 3

Hambacher Tagebau
Links: Braunkohletagebau Hambach mit Baggern; rechts: Reste des Hambacher Forsts

Trotz Müdigkeit und Regen entschlossen wir uns im Anschluss noch eine Führung durch den Hambacher Forst zu machen.

Dabei erfuhren wir, dass der Wald der einzige sogenannte „Eichen-Hainbuchen-Maiglöckchen-Wald“ Europas ist und daher natürlich unglaublich schützenswert. Doch durch mir nicht ganz klare bürokratische Zusammenhänge (z.B. dass Wirtschaft leider einfach noch immer vor Naturschutz kommt) wurde dieser schützenswerte Lebensraum nie der EU gemeldet und steht daher nicht unter Schutz und darf von RWE innerhalb der Rodungszeit von Oktober bis Februar rücksichtslos kahlgeschlagen werden, weil sie darunter ja noch Braunkohle rausbuddeln wollen.

Momentan sind nur noch 10% des seltenen und früher mal größten Waldes Nordrhein-Westfalens übrig.

Am 21. November 2017 läuft ein Gerichtsprozess des BUND gegen RWE, bei dem nochmal über die Zukunft des Waldes verhandelt wird. Doch nach Angaben der Baumbesetzer*innen des Hambacher Forstes sieht es nicht gut aus für den Wald und dieses Jahr will RWE wieder alle Baumhäuser (die beheizbar sind und innen so liebevoll eingerichtet) räumen lassen und die Bäume fällen, weil die Grube erweitert werden soll. Wir sprechen den mutigen Besetzer*innen unsere Solidarität aus! Danke, dass ihr euch so kraftvoll für den Erhalt der Umwelt einsetzt!

Einmal im Monat gibt der Naturführer Michael Zobel eine solche sehr spannende Führung durch den Hambacher Forst, die naturkundliche Aspekte mit denen des Protestes humorvoll kombiniert und einfach ein unglaubliches Erlebnis ist; lohnt sich besonders für Leute aus NRW!
http://naturfuehrung.com/hambacher-forst/

Ende Gelände Demonstration: Aktionswochenende Rheinland Teil 2

Für die, die noch länger Zeit hatten, in Bonn zu bleiben, wurden auch die darauffolgenden Tage nicht langweilig.
Es gab am Sonntag, 5. November, eine angemeldete Demonstration gegen Braunkohle, die im Bahnhof Buir um 9 Uhr morgens begann. Fürs Klima steht man schließlich gerne früh auf!
Obwohl die komplett legale Demo erstmal von Einschüchterungsversuchen durch die Polizei aufgehalten wurde (Strohsäcke wurden als Waffe deklariert und mussten abgegeben werden, die Polizei forderte pro 30 Demonstrant*innen eine*n Ordner*in statt der üblicheren 1:50, und es gab eine Sichtkontrolle, bei der alle durch eine schmalere Stelle zwischen zwei Mannschaftswagen und Reihen der in voller Montur gekleideten Polizei geschleust wurden, was ewig dauerte), blieb die Stimmung durchweg friedlich und voller Zielstrebigkeit. Es wurden Lieder angestimmt und Sprechchöre, es wurde zur Musik der Lautsprecherwagen getanzt und im Laufe der Demo verließen uns nach und nach die verschiedenen „Finger“, also Gruppen der Demo, die versuchen wollten in den Braunkohletagebau zu gelangen und dort zum Stillstand der Kohlebagger zu führen.

EndeGelaendeDemo
Ein „Finger“ verlässt die Demo, um in den Tagebau zu gelangen

Auch touristisch gesehen, war es eine spannende Demo. Als erstes ging es durch den Ortsteil Morschenich, der schon teilweise verlassen ist und in Zukunft dem Tagebau Hambach zum Opfer fallen wird. Es war echt rührend, wie die übrig gebliebenen Bewohner*innen aus ihren Häusern kamen und uns zuwunken und teilweise das Gespräch mit Aktiven suchten.
Danach kamen wir am Hambacher Forst vorbei, in dem zur Zeit ungefähr 80 Aktivist*innen in Baumhäusern das Abholzen der Bäume durch den Energiekonzern RWE verhindern. Davor liegt außerdem noch eine Wiese, die ein Jurist in einem unachtsamen Moment von RWE gekauft hat und seitdem Camper dort „duldet“.

Kohlekraftwerk
Und hinter der Grube qualmen schon die Kohlekraftwerke

Und direkt daneben beginnt das riesige Loch des Tagebaus, das die Kohlebagger seit Jahren immer weiter vergrößern und dem schon 90% des Hambacher Forstes, viele Ortschaften und die Autobahn A 4 weichen mussten. Fünf Kohlekraftwerke stehen in dieser Region. Dieser Tagebau ist eine der größten Kohlenstoffdioxidquellen Europas (Quelle).
Schließlich schaffte es auch der letzte „Finger“ in den Tagebau, die Polizei lief ihm ein bisschen hilflos hinterher.

Polizei
„Sustaina-Claus“ mit der Polizei an der Abbruchkante

Großdemonstration zum Klimawandel in Bonn: Aktionswochenende Rheinland Teil 1

Am Samstagmorgen, dem 4. November 2017, noch vor Morgengrauen, machten sich Aktive der BUNDjugend Göttingen auf, mit dem Bus des BUND Göttingen nach Bonn zur Großdemonstration anlässlich des dort am Montag beginnenden Klimagipfels zu fahren. Schon im Bus herrschte eine ausgelassene, erwartungsfrohe Stimmung – vielleicht würde die Demo ja die momentan stattfindenden Koalitionsverhandlungen beeinflussen!
Gegen Mittag kamen wir in Bonn an, bewaffnet mit Fahnen und Bannern – „Klima retten! Kohle stoppen!“.


Foto: Jörg Farys / BUND

Nach und nach versammelten sich die Menschenmassen auf dem Münsterplatz und als es losgehen sollte, ging es erst lange gar nicht los! Wir waren einfach immens viele. Die ersten waren zwar schon lange unterwegs, aber der Platz geriet immer noch kaum in Bewegung. Die Stimmung war grandios und als dann endlich die Durchsage kam, wir seien 25 000 Demonstrant*innen, jubelte die Menge.

Die größte Demonstration gegen Kohle, die Deutschland je gesehen hat!

Trommelgruppen und mehrsprachige Demosprüche „Plus chaud, plus chaud, plus chaud que le climat!“, „What do we want? – Climate justice! – When do we want it? – Now!“ oder „Hopp, hopp, hopp, Kohle stopp!“ heizten die Stimmung an und sorgten für Unterhaltung und schwache Erinnerungen an den Französischunterricht in der Schule. Es war einfach so motivierend zu sehen, wie vielen Menschen aus aller Welt der Schutz des Klimas so viel bedeutetete wie uns.

Saatguttauschbörse

Am morgigen Donnerstag, dem 2. März, veranstaltet die BUNDjugend Göttingen von 18-19Uhr eine Saatguttauschbörse im Göttinger Umwelt- und Naturschutzzentrum (Geiststraße 2). Eingeladen ist einjede*r! Dort kannst du Saatgut tauschen, verschenken oder geschenkt bekommen. Bring am besten Behältnisse für etwaigiges Saatgut mit!

Klimaschutzkochmobil

Landwirtschaft und Ernährung haben einen bedeutenden Einfluss auf das Klima – und beim Essen kann jede*r anfangen, das Klima zu schützen.
„Iss cool!“ Nur…wie geht das: Lecker und abwechslungsreich, dabei klima-, umwelt-, natur- und tierfreundlich und außerdem (verteilungs)gerecht?
Darum geht es in diesem Workshop.

Welche Folgen des Klimawandels kennen wir?
Wie ressourcenintensiv und wie klimaschädlich oder klimafreundlich sind bestimmte
Lebensmittel tatsächlich?
Und wie hängt das Thema Flucht damit zusammen?

Am Samstag, 19.11.2016 könnt Ihr Eure Fragen zum Thema klimafreundliche Ernährung diskutieren, bei einem bunten Partybuffet Alternativen testen, in einer “Green Story“, einem Sketch oder einer Fernsehsendung bemerkenswerte Infos kreativ verpacken…und natürlich Spaß haben!

Wenn ihr Lust habt mitzumachen, meldet euch so bald wie möglich
bei uns an, am besten durch eine kurze Mail an
goettingen@bundjugend-niedersachsen.de

Wann? Samstag, 19.11.2016, 9:45 – ca. 18 Uhr
Ort: GUNZ (Geiststr. 2, in Göttingen)
Workshopleitung: Jana Hesse
Teilnahmebeitrag: 3 €

Gefördert von der BINGO! Umweltstiftung Niedersachsen